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Viele Dichter äußern sich zu aktuellen Themen, schalten sich in Diskurse ein. Das gab es schon in der Goethezeit – aber mit einem anderen Ansatz.

Von Patrick Peters

Hans Magnus Enzensberger gehört dazu, Günter Grass auch, Martin Mosebach und Martin Walser ebenfalls: Die Gruppe von Schriftstellern, die sich in öffentliche Debatten einschaltet und zu aktuellen Diskursen beiträgt oder diese sogar anstößt, ist groß. Das kann peinlich sein, wie im Falle von Günter Grass, der sich zu einer irrlichternden, antisemitisch angehauchten Pauschalkritik an Israel verstieg; das kann aber auch in höchstem Maße anregend sein, wie bei Martin Mosebach, der über den Lateinischen Ritus der Katholischen Kirche schreibt, oder bei Hans Magnus Enzensberger, der sich zum Thema Geld äußert. Dabei treten diese Schriftsteller betont als Intellektuelle auf – bzw. wollen als solche gesehen werden –, weniger als Dichter im eigentlichen Sinne; sie sehen sich als Menschen, „die kritische Distanz zu den Mächtigen in den Staatsapparaten halten, Abstand halten auch zu den erstarrten Ideologien, Menschen, die sich faschistoider Denk- und rollenspezifischer Lebensweise entziehen, um – streng an demokratischen Ideen und den Menschenrechten orientiert – in der Stunde der Gefahr ihre Stimme öffentlich zu erheben“, wie Dietz Bering („’Intellektueller’ – in Deutschland ein Schimpfwort?“, S. 68) schreibt.

Weiter im Text: http://www.goethezeitportal.de/digitale-bibliothek/kleines-feuilleton/der-oeffentliche-schriftsteller.html

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